Bayerische Meisterschaften und Jahrgangs-Meisterschaften Langen Strecken

veröffentlicht um 26.01.2012, 12:17 von Felix Mayer
Mit guten Leistungen feiern Wasserratten Schwimmer einen gelungenen Start ins Neue Jahr


Die Stadt Würzburg am Main ist Heimat eines der größten und erfolgreichsten Schwimmvereine Deutschlands und auch Heimat des 10maligen Weltmeisters im Freiwasserschwimmen ( 5 bzw. 25km Schwimmen) Thomas Lurz. Daher war es nur logisch, dass der SV 05 Würzburg endlich wieder mal die Ausrichtung der bayerischen Meisterschaften über die Langen Strecken übertragen bekommt.

Die Fürstenfeldbrucker Wasserratten konnten 6 Schwimmer und Schwimmerinnen nach Würzburg schicken, obwohl mit Sinja Obermair und Marie Neubauer zwei der besten Schwimmerinnen die Wasserratten zum Jahresende Richtung München zur SG Stadtwerke München verlassen haben.

Einen guten Start in den Tag erwischte die 12 jährige Franziska Müller, die im Dezember Sprint-Vereinsmeisterin der Wasserratten geworden ist. Franzi zeigte bei Ihren Starts über 400m Lagen, wo sie Platz 6 in neuer persönlicher Bestzeit von 6:01,15 min belegen konnte, sowie mit einem beherzten Rennen über 800m Freistil und Rang 12 nach 10:47,51 min, dass sie sehr gut in Form ist und vor allem sehr vielseitig ausgebildet ist. Leider konnte Mona Weiß über 400m Lagen nicht zeigen, was sie wirklich kann und belegte in 6:13,97 min nur Rang 18.

Niklas Biesold erwischte einen „gebrauchten“ Tag und kam bei seiner Premiere auf einer bayerischen Meisterschaft nie wirklich in das Rennen über 1500m richtig rein und konnte leider von den ersten Metern an, die ausgerechnete Marschtabelle einhalten. Trainer Stefan Sponer, der aus beruflichen Gründen nicht mit nach Würzburg fahren konnte, meinte, nachdem er per SMS die Zeit erhalten hatte: „ Ich wusste gar nicht, dass Niklas so langsam schwimmen kann“!

Die Marathon-Frau des Tages war die 13jährige Patricia „Pici“ Mayer, die sowohl die 800m und die 5000m Freistil Strecken in Angriff nahm. Mit Platz 10 und einer Zeit von 10:26,87 min waren Trainer und Schwimmerin nur mäßig zufrieden und die leichte Erkältung, die Pici mit nach Würzburg brachte, reduzierten die Hoffnungen auf ein gutes 5000m Rennen sehr stark.

Einmal mehr zeigte Pici, dass sie mit einem besonders großem Kämpferherz ausgestattet ist und es auch zu nutzen weiß. Vom ersten Meter ignorierte Pici sowohl Schnupfen als auch Marschtabelle und durchpflügte das Würzburger Becken in hoher Geschwindigkeit und vor allem konstantem Tempo. Platz 5 in der offenen Wertung und einer sehr guten Zeit von 70:31,16 min waren der Lohn für 100 Bahnen im 50m Becken.

Dani Sterr, die sich mittlerweile zur Spezialistin für ungewöhnliche Strecken entwickelt hat, zeigte mit Platz 7 und einer ebenso sehr guten Zeit von 75:02,37 min, dass sie immer wieder für eine Überraschung gut ist und vor allem einen enormen Willen an den Tag legen kann.

Kevin Freund, der ebenso wie Dani Sterr in 2010 Deutscher Jugendmeister im Wildwasserschwimmen geworden war, arbeite sich trotz Training-Rückstandes durch das Becken und konnte Rang 6 nach 69:12,87 min belegen.

„Ich bin mit den gezeigten Leistungen der Schwimmer insgesamt sehr zufrieden, denn wir haben uns nicht gezielt auf diese Meisterschaft vorbereitet. Besonderen Respekt habe ich vor unseren 5000m Schwimmern, denn 100 Bahnen im Wettkampf-Tempo durchschwimmen, hat auch sehr viel mit mentaler Stärke zu tun. Niklas und Mona hatten nicht ihren besten Tag und konnten somit nicht zeigen, was sie im Training bereits mehrfach gezeigt haben“, so Trainer und Vereinspräsident Stefan Sponer, der in seiner aktiven Zeit auch ein Langstrecken-Spezialist war.

„Wir müssen aktuell etwas niedrigere Erwartungshaltungen, im Vergleich zu den Vorjahren, hinsichtlich Medaillen auf Bayerischen Meisterschaften haben. Die SG Stadtwerke München hatte von uns in weniger als 2 Jahren insgesamt 4 sehr gut ausgebildete Schwimmer abgeworben, was mich ziemlich verärgert. Wir und auch die anderen „kleineren“ Vereine rund um München leisten hervorragende Basisarbeit für die Jugend und bilden Jahr für Jahr extrem gute Schwimmer aus. Dann werden die Schwimmer in den Stützpunkt, der als Zusatztraining gelten sollte, geholt und wenn wir nicht aufpassen, kommt die Information durch die Eltern, dass man jetzt zur SG München wechselt. Ich überlege mir aktuell ernsthaft, ob ich unter diesen, aktuell herrschende Bedingungen überhaupt noch Schwimmer zum Stützpunkt-Training entsende. Wir haben hier in Fürstenfeldbruck offenbar ein extrem erfolgreiches Ausbildungskonzept und mit der Sportschule-Puch einen Kooperationspartner, der uns in jeder Hinsicht, aber vor allem hinsichtlich eines gesunden Trainings sehr stark unterstützt. Nach wie vor haben wir zu wenige Wasserzeiten in Fürstenfeldbruck, trotz eines Fliegerhorstbades, welches von uns viel mehr genutzt werden könnte, wenn uns die Standortverwaltung mehr Wasserzeiten zur Verfügung stellen würde. Deshalb planen wir jetzt mit einen kleineren, aber sehr erfolgreichem Münchner Verein, der ein altes Bundeswehr-Bad sehr großzügig nutzen kann, eine Kooperation, damit wir den Schwimmern mehr „Intensiv-Trainingstage“ anbieten können, um auch somit die Abwanderungswelle nach München zu unterbinden. Es tut schon weh, wenn man sieht, dass eine Schwimmerin wie die Marie Neubauer, die zum 10. Januar 2012 zur SG gewechselt ist, 4 Tage später als Schwimmerin der Stadtwerke eine Silbermedaille über 400m Lagen gewinnt“. Präsident Stefan Sponer ist ziemlich enttäuscht und entrüstet ob der aktuellen Situation, aber es scheint, als würde man sich bei den Wasserratten nicht kampflos die nächsten Schwimmer abwerben lassen.

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