Kahlbetonschädel verhindert ein Debakel

veröffentlicht um 20.12.2010, 02:22 von Felix Mayer   [ aktualisiert 20.12.2010, 02:24 von Maximilian Müller ]

Niederlagen sind eine Erfahrung, die, nicht nur aber vor allem, unter Sportlern als unangenehm angesehen wird. Besonders unangenehm sind Derby Niederlagen. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, hatten die Wasserballer der Wasserratten einen sehr unangenehmen Freitagabend, denn sie verloren ihr Oberliga Auftaktmatch ausgerechnet gegen Lokalrivalen SG Stadtwerke München II. Nach Ablauf der vier mal acht Minuten wies die Anzeigetafel die Münchner mit 15:5 (3:2, 5:1, 4:1, 4:0) als deutlichen Sieger aus.

Dabei waren die Kreisstädter mit einigem Optimismus in die Partie gegangen, hatten sie doch im vergangenen Jahr alle vier Aufeinandertreffen für sich entscheiden können. Auch am Freitag hielten die Amperstädter zunächst gut mit. Zwar führten die Münchner nach dem ersten Viertel mit 3:2, jedoch hatten die Wasserratten eine Reihe guter Möglichkeiten gehabt, um ihrerseits zu führen.

Was dann allerdings in den nächsten drei Vierteln passierte, darf getrost als Erfahrung der unangenehmeren Art für die Brucker bezeichnet werden. Nurmehr drei Treffer gelangen ihnen, während der Gegner noch zwölfmal einnetzen konnte. „Man kann es drehen, wie man will, aber die Niederlage geht in Ordnung. Auch in der Höhe“, sagt Mannschaftskapitän Thorsten Schulz und räumt ein, „dass die Tatsache, dass wir schon ab dem zweiten Viertel im Grunde genommen nichts mehr entgegenzusetzen hatten, keinen schmeichelhaften Schluss auf unsere konditionelle Verfassung zulässt.“

Während des Spiels war deutlich zu sehen, was Schulz etwas kryptisch formuliert: die Münchner waren die deutlich besser austrainierte Mannschaft und dadurch den Bruckern überlegen, während die Wasserratten mit zunehmender Spieldauer immer schläfriger wirkten. Dass die Niederlage kein Debakel wurde, war vor allem Wasserratten Schlussmann Tom Heichel zu verdanken. Der Vierzigjährige war einmal mehr der Beste Spieler seiner Mannschaft und zeigte eine ganze Reihe von spektakulären Abwehraktionen. „Tom hat überragend gehalten. Wenn der nicht permanent seinen Kahlbetonschädel in irgendwelche Würfe gehalten hätte, dann wäre das heute eine ganz bittere Nummer geworden“, sagt Schulz über seinen glatzköpfigen Mannschaftskameraden und fügte generös hinzu: „Tom kann über Weihnachten freimachen. Dem Rest der Mannschaft wird die ein oder andere Schwimmeinheit nicht schaden.“

So hofft Schulz, dass die Derby-Niederlage wenigstens einen positiven Effekt zeitigt: eine gestiegene Trainingsbeteiligung. Diese könnte wesentlich dazu beitragen, ähnlich unangenehme Erfahrungen wie eine Derby-Niederlage künftig zu vermeiden.

SVFW: Heichel, Sammer, Vogler, Bär (1), Kautz (1), Satzger (2), Kunert, Schulz, Leibold, Knöllinger, Mayer, Kesberger (1), Meier

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