Kampf um die Tabellenführung

veröffentlicht um 17.01.2014, 07:01 von Felix Mayer

Am Mittwochabend starten die Fürstenfeldbrucker Wasserballer in die Oberliga-Saison. Um 20:45 Uhr treffen sie im Augsburger Spickelbad auf den SV Augsburg. Mit einer Prognose tut sich Trainer Thorsten Schulz schwer: „Wir wissen kaum etwas, wie die Mannschaft der Augsburger aussieht. Das werden wir dann heute Abend erfahren“, sagt Schulz.

Vor rund fünf Jahren hatte der SVA, einst Erstligist, sein Team von der Oberliga abgemeldet. Ein Jugendteam gab es nicht. Durchaus überraschend meldeten die Schwaben für diese Saison, sehr zur Freude der Brucker. „In den letzten Jahren war die Liga mit nur fünf Teams recht übersichtlich besetzt“, sagt Center Clemens Satzger. Dazu kommt, dass in vielen Begegnungen die Spannung fehlte. Nürnberg und Weiden II, die Nachwuchsmannschaft des Erstligisten, dominierten, Ingolstadt, München II und die Wasserratten kämpften um die Plätze drei bis fünf. „Für uns ging es darum, best of the rest zu sein“, sagt Schulz. Das gelang. In den vergangenen beiden Jahren wurden die Kreisstädter jeweils Dritter. In diesem Jahr verspricht die Oberliga mehr Spannung. Zum einen, weil neben Augsburg mit Memmingen ein weiteres neues Team hinzukommt. „Augsburg und Memmingen dürften in etwa das Niveau von uns und München II haben. Das werden spannende Spiele“, freut sich Satzger. Zum anderen, weil der SV Weiden einen Umbruch in seinem Erstliga-Team vornimmt. „Viele der jungen Spieler rücken jetzt in die erste Mannschaft auf. Die Zweite wird sich dadurch nochmals verjüngen“, erklärt Schulz. So könnten die Weidener nun durchaus auf Augenhöhe agieren.

Die Wasserratten wollen in diesem Jahr den eigenen Umbruch weiter vorantreiben. In der vergangenen Saison etablierten sich Nachwuchsspieler wie Markus Hillmeier und Mark Gastgeb in der ersten Mannschaft. In diesem Jahr soll das auch Daniel Müller und Philipp Tomac gelingen. „Beide haben das Zeug schon bald zu den Leistungsträgern zu gehören“, sagt Satzger. Der Mammendorfer Müller könne schon in diesem Jahr die wichtige Centerposition übernehmen. Und damit in die großen Fußstapfen von Wasserratten-Legende Sven Kesberger und Günther Knall treten. Außerdem sollen Timo Briem, Damir Isanovic, Josef Sandor und Onno Borgel an die erste Mannschaft rangeführt werden. „Wir sind in einem Umbruchsprozess. Das beinhaltet auch, dass die Möglichkeit besteht, Spiele zu verlieren, weil die Erfahrung fehlt“, erklärt Schulz.

Auch im Trainerteam gibt es eine Veränderung. In der vergangenen Saison kümmerte sich Fabian Kautz allein um das Team. Das kann der Schöngeisinger in der kommenden Saison nicht mehr. Deswegen gründeten die Wasserratten ein Trainerteam, bestehend aus gleich fünf Trainern. Neben Schulz, Kautz und Satzger engagieren sich Wolfgang Sammer und Imre Szerdahelyi. „Mancher sagt wir haben jetzt mehr Trainer als Spieler“, lacht Kautz. Vor allem die Rückkehr von Szerdahelyi hebt Schulz hervor. Der Mittvierziger hat einst mehr als zehn Jahre in der Bundesliga für Würzburg und Cannstatt gespielt, danach zwei Jahre in der Oberliga für die Brucker. „Mit seiner ruhigen und überlegten Spielweise tut Imi uns sehr gut“, so Schulz. Das zeigte sich bereits im ersten Saisonspiel. Im November bezwangen die Brucker in der ersten Runde des Süddeutschen Pokals den VfL Kirchheim/Teck mit 13:10.

Gegen Augsburg am Mittwochabend wird nahezu die komplette Stammmannschaft dabei sein. Doch eine Prognose fällt Schulz schwer. „Wir haben gehört, dass Augsburg – sagen wir mal so – mit einer ziemlich erfahrenen Truppe an den Start geht“, erklärt Schulz. Genaueres wisse er nicht. Ein Rezept könnte somit sein, die Schwaben in Bewegung zu halten, das Spiel schnell zu machen, aber nicht hektisch. „Wir werden einfach unser Spiel machen. Kontern, aber auch sauber, ruhig und überlegt aus dem Positionsspiel kommend“, sagt Schulz. Wenn das gelingt, ist er sich sicher, dass die Wasserratten die Tabellenführung übernehmen, zum ersten Mal seit mehreren Jahren. Es ist die erste Partie der Oberligasaison.

SVFW: Steinbach, Szerdahelyi, Sammer, Chripunow, Hillmeier, Knöllinger, Tomac, Müller, Kautz, Bews, Kesberger, Schulz, Satzger

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