Wasserratten verabschieden sich mit Sensation

veröffentlicht um 19.06.2013, 06:35 von Felix Mayer
Ein Paukenschlag zum Saisonabschluss. Die Wasserballmannschaft der Fürstenfeldbrucker Wasserratten hat am Freitagabend das Derby gegen die SG Stadtwerke München mit 8:5 gewonnen. Tags darauf verloren die Brucker gegen Tabellenführer 1. FC Nürnberg mit 3:13. Trotzdem zieht Trainer Thorsten Schulz eine positive Bilanz. „Wir haben uns an diesem Wochenende alles in allem sehr gut verkauft“, sagt Schulz. 

Insbesondere nach dem Sieg gegen den Lokalrivalen zeigte sich Schulz begeistert. Zumal die Brucker nur als Außenseiter ins Spiel gegangen waren, da Leistungsträger fehlten. Günther Knall und Wolfgang Sammer beruflich, Sven Kesberger aus gesundheitlichen Gründen und Felix Mayer und Daniel Müller, weil sie lieber für einen Schwimmwettkampf aufbauten. München dagegen erschien komplett. „Vor dem Spiel hat der ein oder andere Münchner nur noch über die Höhe des Sieges gesprochen“, sagt Schulz. Doch das Spiel entwickelte sich anders. Zwar führten die Münchner noch zur Halbzeit mit 5:3, doch in den folgenden zwei Vierteln gelang ihnen kein weiterer Treffer. Vor allem, weil Wasserratten-Schlussmann Tom Heichel einmal mehr über sich hinauswuchs. Der über die gesamte Saison beste Spieler der Brucker hielt mehrere sogenannte unhaltbare Bälle, verunsicherte dadurch die jungen Spieler der Gäste. „Am Ende haben die sich kaum noch getraut aufs Tor zu werfen, so voll hatten sie die Hose“, sagt Schulz. Seine Mannschaft dagegen zeigte sich konzentrierter im Abschluss und in der Abwehrarbeit. Trotzdem mussten sie lange zittern. Erst in der letzten Spielminute konnte Centerverteidiger André Chripunow mit seinem Tor zum 8:5 das Spiel endgültig entscheiden. Freilich anders, als die Münchner es erwartet hatten. So zeigte sich nach Abpfiff ein sehr gegensätzliches Bild. Während die Favoriten kopfschüttelnd das Wasser verließen, sprangen die Ersatzspieler der Brucker ins Beck und feierten ihren Tormann. „Nur fünf Gegentore zu bekommen ist schon eine reife Leistung. Von unserem Tormann, aber sicherlich auch der gesamten Abwehr“, sagt Schulz.

Wenig Chancen hatten die Brucker dann am Samstag. Mit dem 1. FC Nürnberg gastierte der ungeschlagene Tabellenführer in der AmperOase. Das Hinspiel verloren die Brucker mit 2:15. Doch am Samstag starten die Wasserratten überraschend gut. Nach dem ersten Viertel stand es 2:2, zur Pause nur 3:5. „Wir haben Anfangs bärenstark gespielt“, sagt Schulz. Freilich auch, weil Heichel erneut gut aufgelegt war. Doch im dritten Viertel war dann auch der der reaktionsschnelle Wasserratten Torwart machtlos. Mit 0:6 verlor seine Mannschaft das Viertel – die Entscheidung. „Im dritten Viertel hat Nürnberg hervorragend gekontert und unseren Offensivspielern sind mehr und mehr die Kräfte ausgegangen“, sagt Schulz. Denn während die Nürnberger immer wieder wechseln konnten, mussten in Fabian Kautz und Clemens Satzger die wichtigsten Angreifer der Brucker auf eine Pause verzichten. Mit dem 3:13 kann Schulz trotzdem gut leben. „Gegen Nürnberg kann man schon verlieren, auch in der Höhe. Das ist ein exzellenter Gegner, der auch andere deutsche Oberligen dominieren würde“, sagt Schulz. Ein Sonderlob vom Trainer erhielten die Jugendspieler, Philip Dressler, Markus Hillmeier und Mark Gastgeb. Besonders in der Defensivbewegung hätten sie große Fortschritte gemacht, sagt Schulz. Dressler erzielte außerdem ein Tor. Durch die Ergebnisse vom Wochenende schließen die Wasserratten die Saison auf dem fünften Platz ab. Punktgleich mit dem SV Würzburg 05 II. „Und das ist immerhin die Nachwuchsmannschaft eines Erstligisten“, sagt Schulz.

SVFW: Heichel, Satzger (3/1), Kautz (3,1), Dressler (-/1), Vogler (1/-), Hillmeier, Gastgeb, Schulz, Chripunow (1/-)
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